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Auch einige junge Talente stehen auf den Teilnehmerlisten der Sparkassen Open im Fritz-Henßler-Haus. Eines von ihnen ist Hussein Besou. Er lernt von einem Großmeister – und hat sich oft selbst als Gegner.

 

Die meisten Spieler fangen mit einer Deutschen Wertungszahl (DWZ) von 700 oder 800 an. Bei Hussein Besou war das anders: Der Siebenjährige startete vor drei Jahren mit 1300. „Das ist wirklich etwas Besonderes“, erklärt Christian Goldschmidt, Turnierleiter der Sparkassen Open. Inzwischen steht er bereits bei 1800. Beim Sparkassen Chess Meeting hat er aus drei Runden bereits 2 Punkte geholt.

Hussein hat bereits mit vier Jahren angefangen Schach zu spielen. „Beigebracht haben es mir mein Papa und mein Opa“, erzählt er. Auch durch das Zusehen hat er viel gelernt. Er spielt immer noch regelmäßig mit seinem Vater – und besiegt diesen oft, wie Mustafa Besou stolz zugibt. Auch er nimmt an den Sparkassen Open teil. Im C-Turnier hat er aktuell ebenfalls 2 Punkte auf dem Konto. Seit zwei Jahren ist die Familie in Deutschland. Sie kommt ursprünglich aus Syrien und ist vor den dortigen Verhältnissen – seit mehreren Jahren herrscht Krieg – geflohen. „In Syrien hat jede Familie ein Schachbrett im Haus. Es ist aber nicht so organisiert wie in Deutschland. Turniere gibt es dort auch kaum, und keine Großmeister“, beschreibt Vater Mustafa.

Seine ersten Turniere hat Hussein in Deutschland besucht. Dabei waren ein Turnier in Gütersloh ein Schnellschachturnier für Kinder in seiner neuen Heimat Lippstadt. Dort spielt er bei LSV Turm Lippstadt in der Bezirksliga in der 3. Mannschaft. „Mein zweites Turnier war der Chessday in Dortmund. Dort habe ich den zweiten Platz geholt“, freut er sich. „Er war da sechs und hat in der U8-Gruppe gespielt“, ergänzt sein Vater Mustafa.

Trainiert wird regelmäßig. „Zweimal die Woche nimmt er per Skype am Unterricht des Großmeisters Artur Yusupov teil“, beschreibt sein Vater. In Lippstadt trainiert er mit LSV-Jugendtrainer Carsten Hecht. Zudem nimmt er alle drei Monate an den Sitzungen des NRW-Kaders mit Carmen Voicu-Jagodzinsky teil. Oft übt Hussein aber auch alleine und spielt gegen sich selbst. „Ich hatte ursprünglich gesagt, dass das nicht so viel bringen würde, da so ja jede Farbe wisse, was die andere erreichen will“, erinnert sich sein Vater. „Er hat aber erwidert: Das ist nicht schlimm, bei einem echten Spiel muss der Gegner das ja auch wissen oder erraten.“ Und sein Erfolg gibt Hussein recht.

Erfolge hat er trotz seines jungen Alters schon einige. Neben dem zweiten Platz beim Chessday in Dortmund war es ein vierter Platz in der U10-Gruppe bei einem Turnier in Villingen. Und es war sogar Pech, dass er keinen höheren Platz erobert hat: „Der Erste hatte achteinhalb Punkte und der Zweite, Dritte und ich jeweils acht Punkte. Die beiden anderen waren nur aufgrund der Feinwertung vor mir“, erklärt er.

Gespannt ist er bereits auf die Europameisterschaft, die am 1. August in Bratislava (Slowakei) beginnt. Die Chancen auf eine vordere Platzierung stehen nicht schlecht: 2018 gewann er bei der EM in Riga (Lettland) fünf von neun Partien und wurde 25. von 76. Mal schauen, was es diesmal wird…

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