Spiele zwischen dem BVB und dem FC Schalke 04 gibt es seit 1925.
Eine der wichtigsten Begegnungen der beiden namhaften Kontrahenten, das legendäre Endspiel um die Westfalenmeisterschaft 1947, fand vor 70 Jahren am Sonntag, dem 18. Mai, im Stadion am Schloss Strünkede in Herne statt.
Borussia hatte sich vor dem großen Match nach Niedermarsberg ins Trainingslager zurückgezogen. Hier schmiedete der wenige Wochen zuvor verpflichtete neue Trainer Ferdinand Fabra seinen taktischen Plan. Seine Idee: Wir müssen den Schalker Kreisel außer Gefecht setzen, nur dann haben wir eine Chance.

Ausgangspunkt des Kreisels war seit Jahren Otto „Ötte“ Tibulski, der Mittelläufer der Knappen. Borussias gefährlichster Angreifer, August Lenz, sollte deshalb diesmal nicht stürmen, sondern Tibulski hautnah decken und nicht zur Entfaltung kommen lassen. Gesagt, getan. 30.000 begeisterte Fußballfans erlebten einen beherzten BVB, der bei strömendem Regen den Schalkern gekonnt Paroli bot.
Und: Fabras Taktik erwies sich als richtig. Der blau-weiße Kreisel wurde von Lenz im Keim erstickt. Fabra, der erste Meistertrainer, den der BVB in seiner ruhmreichen Geschichte hervorgebracht hat, bewies einmal mehr, dass er zu recht als einer der gewieftesten Taktiker in ganz Deutschland galt.
Borussia siegte verdient mit 3:2 und kehrte im Triumphzug nach Dortmund zurück
Wer war dieser Mann, nach dem ja auch der Ferdinand-Fabra-Preis für den besten Dortmunder Schachnachwuchs benannt wurde, der alljährlich im Rahmen der Eröffnung des Sparkassen Chess-Meetings verliehen wird?

Fabra, Jahrgang 1906, erblickte in Lippstadt das Licht der Welt. Bevorzugt spielte er schon in jungen Jahren Fußball, Tennis und Schach.
Der Schachsport war für ihn das intellektuelle Maß aller Dinge und die Grundlage für ein erfolgreiches Abschneiden in den beiden anderen Disziplinen, aber auch im Leben schlechthin. “Eine gute Taktik ist immer wichtig. Und dabei hilft es außerordentlich, wenn der Verstand durch Schach geschult in der Lage ist, stringent und vorausschauend zu denken!”
Nach dem Abitur studierte Fabra Sport in Berlin bei Prof. Otto Nerz, dem damaligen Reichstrainer für Fußball, dessen Assistent er später beim DFB wurde.

Als Trainer erwarb er sich schnell einen guten Namen und wurde im ganzen Deutschen Reich bekannt. Nach dem 2. Weltkrieg kam er im Frühjahr 1947 zum BVB, den er zur Westfalenmeisterschaft und 1948 zur Westdeutschen Meisterschaft führte. Später ging Fabra in den Schuldienst am Ostendorf-Gymansium in Lippstadt und führte zu Anfang der 1960er Jahre dort das Fach Schulschach ein, das er persönlich bis in die 1970er Jahre unterrichtete. Damit ist er einer der wichtigsten Pioniere des Schulschachs in ganz Nordrhein-Westfalen geworden. Schach hat er noch als betagter Senior im Alter von fast 100 Jahren gern in seiner späteren Wahlheimat Hamburg gespielt. Besonders gefreut hat es ihn, dass er 2001 zum Sparkassen Chess-Meeting eingeladen wurde und den ersten Zug der Eröffnungspartie von Wladimir Kramnik ausführen durfte.
Ferdinand Fabra starb 2007 im Alter von 101 Jahren. Schmunzelnd sagte er einmal.” An mir kann man sehen, dass Schach nicht nur den Geist schult, sondern ein ein wahres Lebenselexier sein kann!”